Mittwoch, 15. November 2017

Neumond im Skorpion - Der Gang durch die Unterwelt und der Weg nach Oben






Astrologische Grafik: 18.11.2017, 12:42h MEZ, Neumond im Skorpion auf 26°19' Skorpion



Der November Neumond bietet uns eine ausgezeichnete Möglichkeit uns etwaiger Altlasten zu entledigen. Wer also das Bedürfnis nach Erleichterung, Bereinigung oder Entgiftung verspürt, kann sich diese Zeitqualität zunutze machen. Wie ein jeder Neumond bietet uns auch dieser die Chance frischen Wind in die Lebensbereiche zu bringen, auf die er für uns persönlich einwirkt. Wenn man sein eigenes Horoskop nicht kennt, kann man sich im Zusammenhang mit diesem Neumond fragen in welchen Lebensbereichen man das Gefühl hat, dass hier etwas klemmt, dass man auf der Stelle tritt, dass der Energiefluss blockiert ist, dass etwas Wesentliches am Stagnieren ist oder dass man sogar das Gefühl hat etwas Totes mit sich herumzuschleppen. In einigen Fällen kann sich diese Zeitqualität auch durch ein Gefühl von innerer Anspannung, einem innerem Druck oder in einem bislang ungestillten Verlangen sich zu entladen, bemerkbar machen. Auch in dem Fall geht es darum etwas loszuwerden, sich zu erleichtern und um Raum für etwas Neues zu schaffen. Die Frage kann lauten wie, denn unter diesen Einflüssen könnten wir Schwierigkeiten haben das rechte Maß zu finden und dadurch entweder über das Ziel hinausschießen oder etwas zu lange zurückhalten, so lange, bis es verdirbt, verwelkt, bis es nicht mehr der Rede wert ist. Für manch einen können sich diese Einflüsse auch in einem Gefühl des Mangels ausdrücken, in dem Gefühl, dass etwas ganz Wesentliches im Leben fehlt. In dem Fall geht es dann auf den ersten Blick nicht darum etwas loszuwerden, sondern etwas aufzufüllen. Ein wichtiges universelles Gesetz besagt aber, dass das Universum kein Vakuum zulässt. Manchmal müssen wir uns also erst von etwas, das überflüssig geworden ist, das auf eine unnütze Art Raum in unserem Leben einnimmt, lösen, um für das, woran es uns fehlt, Platz zu schaffen.


Am 18.11.2017, um 12:42h MEZ, verbinden sich die beiden großen Lichter auf 26°19' Skorpion. Sonne und Mond in der dritten Dekade Skorpion stehen in Harmonie zu Chiron in den Fischen, im Quinkunx zu Uranus im Widder und im Halbsextil zu Saturn im Schützen. Ein besonders markanter Aspekt zeigt sich zum Neumond durch ein Quadrat zwischen Mars in der Waage und Pluto im Steinbock, denn beide Herrscher des Skorpions befinden sich hier im Konflikt miteinander. Während Mars in der Waage die Dinge nun entweder ganz locker, flockig und betont galant in Waage-Manier vorantreiben möchte oder aber – je nach der Persönlichkeit – bestimmte Angelegenheiten am liebsten unter den Teppich kehren würde, erwartet Pluto im Steinbock mit dem Neumond im Skorpion, dass wir uns in die „Unterwelt“ begeben, bevor sich wirklich etwas Neues in unserem Leben zeigen kann. Der Gang durch die Unterwelt ist unter Plutos Einfluss unerlässlich, zumindest wenn man das Risiko vermeiden will, dass man später, in einem ungünstigen Moment, von seiner Vergangenheit eingeholt wird, dass die Leichen ganz unvermutet aus dem Keller steigen und einem dann gründlich die Tour vermasseln. Manchmal passiert dies erst Jahre später, wenn wir schon gar nicht mehr dran denken und wenn unserer Meinung nach längst Gras über die Sache gewachsen ist. Plötzlich kann uns Pluto am Schlafittchen packen und uns ins Ohr raunen „Immer langsam. Du hast etwas Wichtiges vergessen. Dein Unterweltskonto weist noch Schulden auf und ich bin nun hier, damit Du Deine Schulden bezahlen kannst.“

Beim Gang durch die Unterwelt müssen wir uns Stück für Stück ausziehen, wir müssen uns nach und nach vollkommen nackt machen und wir müssen auf falsche Sicherheiten verzichten. Wir vollziehen in der Unterwelt Plutos sozusagen einen Seelenstriptease. All das, womit wir in der Oberwelt unsere Schamgefühle, unsere Schuldgefühle, unsere Mangelgefühle und unsere Begierden überdecken oder auch kompensieren können, wird uns beim Gang durch die Unterwelt genommen. Wir werden Stück für Stück entblättert, bis wir vollkommen nackt dastehen und bis uns nichts mehr zur Verfügung steht, mit dem wir etwas Ungeliebtes verbergen können. Der Gang durch die Unterwelt ist nichts für schwache Nerven und er ist auch nicht für diejenigen geeignet, die einfach etwas neugierig sind und die nur mal kurz reinschnuppern wollen, denn sobald wir die Unterwelt betreten, gibt es kein Zurück mehr. Wer es nach einem kurzen Blick auf die unteren Gewölbe dennoch schafft sich schnell wieder an die Oberfläche zu hangeln, wird die Bilder, die er dort zu sehen bekam, nicht so einfach wieder los. Sie werden immer wieder zu uns zurückkehren, die Geister, die wir riefen. Sie werden uns immer wieder rufen, bis wir uns ihnen stellen.

Der Gang durch die Unterwelt erfordert also Mut. Auf diesem Weg müssen wir uns mit unseren unerlösten Anteilen auseinandersetzen. Mit all den Schichten unseres Wesens, die wir im Laufe unseres Lebens vernachlässigt haben, die wir von uns abgespalten haben oder die uns durch traumatische Erlebnisse abhanden gekommen sind und die sich in Schockzuständen gewissermaßen verselbständigt haben. Wir werden aufs Innerste mit unseren Ängsten, unseren Sehnsüchten und unseren Motiven konfrontiert oder auch mit unserer ungelösten Wut, mit nicht verarbeiteter Trauer, mit schmerzhaften Enttäuschungen, die an unserer Lebenskraft nagen und die unserem Entfaltungspotential zu enge Grenzen setzen.

Für manch einen mag dies extrem klingen, aber der Skorpion ist ein Zeichen der Extreme, sowie er das Zeichen der Leidenschaft ist. Wie das Wort Leidenschaft schon besagt, wird hier etwas durch Leid erschaffen. Einige übertreiben es unter skorpionischen Einfluss vielleicht, indem sie meinen, sie müssten sich bis an die äußersten Grenzen antreiben, sie müssten sich selbst kasteien, sie könnten nur schöpferisch sein, wenn sie mindestens mit einem Fuß in der Gosse hängen, sie könnten nur Lust empfinden, wenn es deutlich spürbar schmerzt. Für manch einen bedeutet Hass die notwendige Ergänzung zur Liebe und mach einer meint, wenn er nicht vor Eifersucht rasend wird, dann empfindet er auch keine Liebe. Leidenschaft ist ein äußerst dehnbarer Begriff. Was für den einen Leidenschaft bedeutet, ist für den anderen gerade mal ein Schmunzeln wert. Was für den einen Leidenschaft bedeutet, ist für den anderen selbst- oder fremd schädigend, abstoßend und viel zu extrem.

Wir haben also alle individuelle Schmerzgrenzen, aber ganz ohne Schmerzen kommen wir trotz unterschiedlicher Anlagen alle nicht durch die Unterwelt; wir kommen nicht einfach mal so nebenbei an Pluto vorbei.

Pluto herrscht über den Skorpion und über die Unterwelt. Pluto befindet sich im Steinbock und zum Neumond im Skorpion in Spannung zu Mars in der Waage. Die Waage symbolisiert das richtige Maß, ebenso wie unsere Beziehungen. Wir können uns also fragen, ob die Menschen, mit denen wir wichtige Beziehungen unterhalten, eine ähnliche Einstellung zur Leidenschaft haben, wie wir selbst oder ob die Ansichten hier weit, vielleicht viel zu weit, auseinandergehen. Was für den einen ein angenehmer Nervenkitzel ist, kann im anderen einen enormen Druck, Angst oder Schmerzen auslösen. Was der eine lustig und unterhaltsam findet, ist für den anderen grausam und geschmacklos. Was für den einen Ehrlichkeit bedeutet, streift für den anderen gerade mal sanft die Oberfläche. Was für den einen viel zu viel ist, kann den anderen nicht mal ansatzweise befriedigen...

Im Skorpion geht es um unsere gemeinsamen Werte. Wir brauchen gemeinsame Werte in unseren Beziehungen, auf jeden Fall in den Beziehungen, in denen wir tiefer gehen wollen und in denen wir langfristig etwas Gemeinsames aufbauen wollen. Der Skorpion ist das Zeichen der Intimität und der Sexualität. Wir können Sex haben ohne Intimität. Wir können Sex ohne Liebe haben. Wir können auch Intimität ohne Sex haben. Wir können aber keine Liebe ohne Intimität haben und wir können auch keine Liebe oder Intimität haben ohne uns verletzlich zu machen. Da der Skorpion so viel Wert auf Intimität legt, gilt er als ein beobachtendes, reserviertes Zeichen, denn Intimität setzt Vertrauen voraus und mit Vertrauen geht der Skorpion nicht leichtfertig um. Wirkliches Vertrauen baut sich innerhalb einer Beziehung erst durch gemeinsame Erfahrungen auf. „Wir gehen zusammen durch dick und dünn“ und „in guten, wie in schlechten Zeiten“ heißt es im Skorpion. Oft zeigt sich erst in Krisensituationen, ob und wie weit wir jemandem vertrauen können. Krisen schaffen zwar nicht unbedingt Helden, aber in Krisen erkennen wir was tatsächlich in uns steckt und wie der andere wirklich tickt. Solange alles glatt läuft, kann jeder unser Freund sein. Solange man nur unsere Schokoladenseiten kennt, findet uns jeder nett. Und in einem gewissen Rahmen sind aus skorpionischer Sicht oberflächliche Nettigkeiten und flüchtige Bekanntschaften durchaus erwünscht, denn man kann nicht mit jedem in die tiefsten Tiefen gehen. Wir haben aber alle irgendwo unsere skorpionischen Bereiche, unseren Pluto und unser VIII. Haus. Es gibt Menschen, die können sich viel öfter und länger an der Oberfläche bewegen, als andere. Diese Menschen sind durchaus damit zufrieden ein paar nette Bekannte zu haben, mit denen sie hin und wieder ins Kino gehen oder die sie ab und zu zum Essen einladen. Aber früher oder später kommt jeder von uns an den Punkt, am dem Pluto sein Verlangen zeigt. Sei es, dass wir unsere Arbeit verlieren und vor einem riesigen Schuldenberg stehen, sei es, dass wir unseren Partner verlieren und jemanden brauchen, mit dem wir über unseren Kummer sprechen können, sei es, dass wir einen schlimmen Unfall hatten und unser ehemals schöner Körper nun von Narben übersät ist oder sei es, dass wir die klassischste plutonische Variante erleben, nämlich, dass wir alt sind und im Sterben liegen.

Früher oder später fragen sich viele von uns wo sie denn geblieben sind, unsere Ehemänner, unsere Ehefrauen, unsere Familienangehörigen, unsere Freunde, unsere Kollegen oder unsere Geldgeber. Früher oder später brauchen wir plutonische Beziehungen, Beziehungen, die uns tief zusammenschweißen, Menschen, auf die wir zählen können, jemanden, dem wir wirklich vertrauen können, weil dieser Mensch uns nackt kennt und weil wir ihn nackt kennen, weil wir mit diesem Menschen durch die Unterwelt gegangen sind und weil wir mit ihm geläuterter und weiser in die Oberwelt zurückgekehrt sind. Wir müssen nicht immer gemeinsam durch die Unterwelt gehen, aber wir brauchen die Gewissheit, dass die Menschen, die uns wirklich wichtig sind, die uns nahe stehen, mit denen wir uns in einer intimen Beziehung befinden, dass diese Menschen auch noch da sind, wenn wir aus der Unterwelt zurückkehren. Vielleicht halten sie ein Stück des Weges sogar unsere Hand. Vielleicht haben wir das Glück, dass wir es mit erfahrenen Menschen zu tun haben, die uns eine Begleitung sein können, wenn wir uns in der Unterwelt befinden und die uns zur Seite stehen. Das ist aber gar nicht immer nötig und auch gar nicht immer möglich, denn es gibt plutonische Wege, die wir nur ganz alleine gehen können. Aber wenn wir wieder auftauchen, dann wollen wir mit offenen Armen empfangen werden und dann tut es gut in verständnisvolle Augen zu blicken, in Augen, die uns verraten, dass sie wissen wo wir waren und dass sie verstehen können, was wir durchgemacht haben. Manch einer braucht mehr plutonische Beziehungen, als ein anderer, aber irgendwann brauchen wir alle Beziehungen dieser Qualität


Der Neumond im Skorpion unterstützt uns bei jeder Form von Bereinigung, Entgiftung und Erlösung. Für den einen kann das auf der materiellen Ebene ein Thema sein, wie durch eine körperliche Entgiftung, durch das Ausmisten des Kellers, durch ein Feng Shui des Kleiderschranks oder durch das Bezahlen von finanziellen Schulden. Bei anderen kann es tiefer gehen und sie werden den Mut aufbringen den Gang durch die Unterwelt anzutreten, um ihre Psyche zu entgiften, um sich mit ihren Schatten auseinanderzusetzen und um ihre abgespaltenen Seelenanteile heimzuholen. Wieder andere werden vielleicht feststellen, dass sie zwar viele Leute kennen, aber dass sie keine Menschenseele haben, der sie sich wirklich nahe fühlen, der sie auf tiefster Ebene vertrauen und mit der sie ihr Innerstes teilen können. Wenn das der Fall ist, dann lohnt es sich die Beziehungen, die man hat, genau unter die Lupe zu nehmen und dann eventuell in dem Bereich „auszumisten“. Uns steht in unserem Leben eine begrenzte Zeit und ein begrenzter Raum zur Verfügung. Von daher müssen wir manchmal auf weniger wichtige Beziehungen verzichten, um für die Beziehungen Raum zu schaffen, die von Intimität, Nähe und Vertrauen geprägt sind. Das bedeutet nicht, dass man bestimmte Menschen, mit denen man es zu tun hatte, abwertet, sondern, dass man sozusagen ein Update der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse durchführt. Im Skorpion können wir intensive Wachstumszyklen durchleben. Immer wieder streifen wir im Skorpion unsere alte Haut ab, damit uns eine neue wachsen kann. Das, was früher noch passend und befriedigend war, kann sich mittlerweile zu klein, zu eng und zu unbefriedigend anfühlen. Ein Neumond will uns immer darin unterstützen etwas Neues zu beginnen. Was wollen wir also loslassen, damit wir den Raum für etwas Neues in unserem Leben schaffen können? Was können wir mit anderen teilen, das uns ihnen näher bringt?



Viele liebe Grüße mit den Sternen

Lia


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Dienstag, 14. November 2017

Video zum Neumond im Skorpion 2017: Raum für Neues schaffen



Neumond im Skorpion am 18.11.2017, 12:42h MEZ, 26°19' Skorpion 
Sonne und Mond im Skorpion Trigon Chiron in den Fischen 
Sonne und Mond im Skorpion Quinkunx Uranus im Widder 
Sonne und Mond im Skorpion Halbsextil Saturn im Schützen 
Mars in Waage Quadrat Pluto im Steinbock und Sextil Merkur im Schützen 
Venus und Jupiter im Skorpion Trigon Neptun in den Fischen 

Credits Skorpion Grafik im Titelbild: https://www.freepik.com/bimbimkha 


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Donnerstag, 9. November 2017

November 2017 bis August 2018: Lilith im Steinbock



Am 09. November, an diesem denkwürdigen Tag, an dem sich die Novemberevolution, die Reichskristallnacht und der Berliner Mauerfall ereigneten, wechselt Lilith die Zeichen. Lilith, die schwarze Mondin, die auch als die dunkle Seite des Weiblichen bezeichnet wird, ist am 14.02.2017 in den Schützen eingetreten. Mit ihrem Eintritt zum Valentinstag hatte sich Lilith also auch ein interessantes Datum ausgesucht, um die Zeichen zu wechseln. Lilith hat ihre neunmonatige Reise durch den Schützen nun abgeschlossen und tritt am 09.11.2017 in den von Saturn beherrschten Steinbock ein. Lilith wird bis zum 06.08.2018 durch den Steinbock laufen. Im Dezember 2017 wird sich dann auch Saturn in den Steinbock begeben, womit die „weise Frau“ und der „weise Mann“ bis August 2018 erneut sehr nahe beisammen sind, denn in ihrer erlösten Form symbolisieren Lilith und Saturn die weise Frau und den weisen Mann. In ihrer unerlösten Form können hier die weiblichen und die männlichen Kräfte aufeinanderstoßen, so dass sich die Emanze gegen den Patriarch auflehnt und keiner von beiden bereit ist auch nur einen Zentimeter von seiner Position abzuweichen und auf den anderen zuzugehen. Eine andere Variante der unerlösten Form wäre ein unreflektiertes Unterordnen, sobald man jemanden vor sich hat, der anscheinend stärker ist, als man selbst oder der dies zumindest von sich behauptet. In dem Fall würde der freihe Geist von Lilith, der nach Ebenbürtigkeit verlangt, keinen Ausdruck finden, was dazu führen könnte, dass sich diese Energien auf eine andere Art Freiraum verschaffen, z.B. dadurch, dass der Druck, der "von Oben" erfahren wird, "nach Unten" weitergegeben wird. Ein Klischee Beispiel wäre hier die Frau, die von ihrem Mann geschlagen wird, die sich gegen ihren Mann nicht zu wehren weiß, die Wut ihrem Mann gegenüber unterdrückt und diese dann an ihre Kinder weitergibt oder ein leitender Angestellter unter einem rigorosen Chef, der sich gegen diesen nicht durchzusetzen weiß und der daraufhin seine höhere Stellung anderen Angestellten gegenüber missbraucht, um diese seinerseits herumzustoßen.

Fast das ganze Jahr 2017 hindurch befanden sich Lilith und Saturn im gleichen Zeichen, denn während des gesamten Transits von Lilith durch den Schützen hat sich auch Saturn durch dieses Zeichen gearbeitet, was eine ganz besondere Aufgabe für ihn war. Man könnte zwar meinen, dass Saturn immer wichtige Aufgaben zu erledigen hat, weil er aus jedem Zeichen das Maximum des Realisierbaren herausholen will, aber da sich Saturn seit 2014 im Schützen befand, in dem Zeichen, das seinem Herrscherzeichen vorangeht, wollte er hier besonders gründlich sein. Wenn Saturn sich nach seiner jahrzehntelangen Abwesenheit entscheidet wieder heimzukehren, dann will er sicher sein, dass er seine sieben Sachen beisammen hat und dass er wohlbehalten zu Hause ankommt.




Darstellung des Lilith-Archetyps, Ausschnitt des Burney-Reliefs



In den vergangenen Jahren hat uns Saturn im Schützen immer wieder auf unsere Glaubenssätze geprüft, er hat uns vor einige Herausforderungen gestellt, wenn es darum ging auch in schwierigen Situationen Optimismus zu bewahren, ohne dabei jedoch blauäugig zu werden. Saturn wollte uns im Schützen zeigen an welcher Art von Träumen es sich festzuhalten lohnt, weil sie Wegweiser zur Verwirklichung unserer Wünsche sein können, während er uns ebenso zeigen konnte, welche Träume uns auf eine falsche Fährte führen oder uns langfristig von unserem Weg abbringen können. Saturn kann im Schützen konzentriert die Kräfte bündeln, was in bestimmten Situationen sehr nützlich sein kann, während es in anderen Situationen dazu führen kann, dass sich ein enormer innerer Druck aufbaut, der kein Ventil zu finden scheint. Saturn hat im Schützen eine Reihe von schwierigen Aspekten zu Neptun und zu Chiron in den Fischen gebildet, er hat aber auch besonders harmonische Aspekte gebildet, wie das mehrfache Trigon zu Uranus im Widder und zum aufsteigenden Mondknoten im Löwen, zudem hat Saturn wiederholt harmonische Aspekte zu Jupiter in der Waage gebildet.   

Lilith hatte fast das ganze Jahr 2017 hindurch ihre Finger mit im Spiel. Die dunkle Göttin konnte sich den saturnischen Energien anschließen, sie konnte bestimmte Hindernisse, auf die wir in diesem Jahr gestoßen sind, noch unüberwindlicher erscheinen lassen, den Weg noch dunkler und enger erscheinen lassen, als er es höchstwahrscheinlich hätte sein müssen. Lilith konnte die Dinge aber auch schneller in Bewegung setzen, denn während sich Saturn lange Zeit nimmt um etwas zu verändern, kann Lilith radikale Wechsel in Kürze vollziehen. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein dem Motto von Lilith zu folgen, das da lautet "lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende", während in anderen Situationen das Durchhaltevermögen von Saturn gefragt ist, mit dessen Hilfe wir lange Durststrecken durchstehen können, um dann, nach getaner Arbeit, unser Ziel zu erreichen. Man kann von Lilith nicht sagen, dass sie kein Durchhaltevermögen hat, aber Lilith verkörpert den Teil in uns, der sich nicht einsperren lässt, der seine Kraft daraus bezieht, dass er wild und frei ist und der sich nach seinen Instinkten richtet. Dahingehend gibt es deutliche Unterschiede zwischen Lilith und Saturn

Viele von uns sind unter Umständen aufgewachsen, die es uns nicht erlaubt haben die wilde Seite zu leben, die Lilith in uns darstellt. Man könnte also sagen, dass viele von eine eingesperrte Lilith haben, einen Teil in uns, der wie eine Raubkatze oder wie ein Wildpferd frei sein will, um sich lebendig zu fühlen und um sich entfalten zu können. Die Betonung liegt hier auf einem Teil, denn Lilith verkörpert eben nur einen Teil unserer Persönlichkeit, wobei sich von Mensch zu Mensch unterscheidet wie stark diese wilde, ungezähmte und selbstbestimmte Seite ausgeprägt ist. 

Aber auch wenn wir eine sehr dominante Lilith haben, sind wir Menschen nun mal keine Raubkatzen, deren Bestimmung es ist ein Leben in der freien Wildbahn zu führen. Auch die Freiesten unter uns müssen sich dann doch immer wieder auch um weltliche Dinge kümmern, wie Geld zu verdienen, für eine Unterkunft zu sorgen und Beziehungen aufrechtzuerhalten. 

Eine Lilith im Steinbock hat etwas Paradoxes, da wir nirgends so angepasst, so ordentlich und so gut erzogen auftreten müssen, wie im Steinbock, denn der Steinbock symbolisiert das System, in dem wir leben, den öffentlichen Rahmen, den Punkt in unserem Horoskop, der unsere Position in der Gesellschaft definiert. Der Steinbock symbolisiert die Regeln, die in der Gesellschaft gelten, in der wir leben. Hier wird die lilithische Raubkatze also bis zu einem gewissen Grad gezähmt werden müssen, wenn sie in dem steinböckischen Rahmen bestehen will. Das Wildpferd muss eingeritten, gesattelt, gezäumt und hin und wieder mal gestriegelt werden, damit es uns innerhalb einer steinböckischen Gesellschaft ans Ziel bringen kann. 

Weil der Steinbock das patriarchale System verkörpert und Lilith die autonome, selbstbestimmte Frau symbolisiert, ist die Stellung von Lilith im Steinbock eine besonders interessante. Bei Lilith haben wir es mit der einem weiblichen Archetyp zu tun, den man nicht als Emanze bezeichnen kann, obwohl Lilith von vielen Frauen, die sich für Emanzipation einsetzen, zur Galionsfigur gemacht wird. Lilith musste sich aber – im Gegensatz zu Eva – gar nicht erst emanzipieren, weil sie sich nie gefangen nehmen, unterdrücken oder bevormunden ließ. Für Lilith war es von Anfang an selbstverständlich, dass sie dem Mann gleichgestellt ist. In der astrologischen Sprache würde das auf einen Mann übertragen bedeuten, dass er, wenn er eine starke Lilith hat, ein besonders autonomes Wesen hat, dass er sich weder von seiner Familie, noch von anderen Männern, noch von Frauen oder von herrischen Vorgesetzten dominieren lässt, sondern dass er seinen ganz eigenen Weg geht





Saturn, der Herrscher des Steinbocks,
der dem Mythos nach seine eigenen Kinder verschlungen hat.
Bild: Francisco de Goya, public domain



Dieser ungezähmte, wilde, autonome Teil, den Lilith verkörpert, ist in uns allen vorhanden, also natürlich auch in Männern. Häufig wird nur davon gesprochen, dass Frauen in einem patriarchalen System zu leiden haben, aber Männer leiden auch in einem solchen System und nicht nur die feinfühligen Männer oder die Freigeister unter ihnen. Viele Männer, die in einem patriarchalen System aufsteigen wollen, werden hart rangenommen und müssen zu Kreuze kriechen, weil sie immer wieder auf andere Männer treffen, die sie dominieren wollen. Viele Männer werden von anderen Männern gedemütigt, unterdrückt und dominiert. Viele Männer erleben in einem patriarchalen System auch Unterdrückung, sie erleben eben das, wogegen sich Lilith verweigert hat und wovor sie geflohen ist.  

Lilith ist, ihrem Mythos zufolge, aus dem System ausgestiegen. Da der Steinbock aber das System symbolisiert, in dem wir leben, bedeutet die Position von Lilth im Steinbock eine besondere Herausforderung. Hier muss sich der freie, wilde und autonome Teil in uns in einem System, das Anpassung voraussetzt und das Regeln vorschreibt, zurechtfinden. Dieser Teil will aber seine Selbstbestimmung wahren, denn wenn wir Lilith einsperren und unterdrücken, werden wir früher oder später von ihren Schatten heimgesucht. Wenn wir das Wilde, das gleichzeitig auch das Pure in uns ist, unterdrücken, können sich die dunklen Seiten von Lilith von hinten anschleichen, so dass sie dann auf eine destruktive Art zum Ausdruck kommen können. Im Steinbock könnte sich eine unterdrückte Lilith darin äußern, dass sie, nachdem sie sich zu lange hat herumstoßen lassen, ihrem Chef plötzlich ins Gesicht springt, ihn anfaucht und ihm ganz unmissverständlich zu verstehen gibt wo er sie mal kann. Wenn Lilith lange gefesselt und geknebelt wurde, können sich ihre Kräfte unvermutet, radikal und auf eine dramatische Art befreien. Unter solchen Umständen können dann auch die Hexenkräfte, die mit Lilith assoziiert werden, in Erscheinung treten. Wir können uns wie besessen fühlen, als wenn wir von einer unsichtbaren Kraft getrieben werden, wenn der lilithische Löwe auf einmal laut aus unserem Mund brüllt und die Fetzen fliegen. Die extremen Auswirkungen der Lilith kommen jedoch nur dann zum Ausdruck, wenn wir diesem Teil unserer Persönlichkeit kein Ventil geben und wenn wir zudem eine besonders dominante Lilith Position in unserem Horoskop haben.

Lilith im Steinbock gibt uns die große Chance, dass wir unseren Teil dazu beitragen, das System, in dem wir leben, zu verändern. Ein vorherrschendes System kann in der Regel nur von Innen heraus verändert werden. Der Steinbock verkörpert nicht nur die Regeln, die Grenzen und die Strukturen der Gesellschaft, sondern auch die unserer Ursprungsfamilie und die unserer Ahnen. Wir können also in der kleinsten Form der Gesellschaft, in unserer Familie, anfangen. Wenn Kindern mit einer starken Lilith schon früh die Möglichkeit gegeben wird diese wilde Kraft auszuleben, belohnt sie Lilith mit einem ungeheuer schöpferischen Potential. Ich kenne einen Drummer, der eine besonders dominante Lilith hat und der das Wilde ganz offensichtlich zum Ausdruck bringt. Schon als Kind wurde er von seinen Eltern in seinem musikalischen Talent gefördert. Obwohl seine Eltern ganz einfache Leute sind, die keine besondere Bildung haben und die Einwanderer aus einem dritte Welt Land sind, haben sie schon früh erkannt, dass sie ihren Sohn nicht zähmen können. Während seine Schwester studierte und Grundschullehrerin wurde, hat er die Schule früh verlassen und ist Musiker geworden, ohne je „etwas Anständiges zu lernen“. Viele, die ihn als Drummer in Aktion gesehen haben, sagen unabhängig voneinander „Was für ein Tier!“ und drücken damit ihre Bewunderung für seine  Power und für seine anscheinend unerschöpfliche Ausdauer bei seinen Auftritten aus. Wann immer ich etwas über ihn höre, spricht jeder positiv von ihm, denn er ist sehr sympathisch, äußerst hilfsbereit und er sorgt immer für gute Stimmung. Entgegen der Wildheit, die er am Schlagzeug zum Ausdruck bringt, ist er außergewöhnlich ruhig, geerdet und geduldig, wenn man sich mit ihm unterhält. Seine Lilith hat ihre Bühne längst gefunden, von daher kann die Raubkatze in ihm durchaus auch eine Schmusekatze sein, weil sie genug Nahrung und Auslauf bekommt und weil er ihr die Freiheit gibt sich voll auszuleben. Nicht jeder, der eine dominante Lilith Position hat, muss Musiker werden, aber es ist geradezu lebensnotwendig diesem Teil der Persönlichkeit den Raum zu bieten, in dem er sich entfalten kann, wenn er sich nicht auf eine destruktive Art entwickeln soll oder auch verkümmern soll. 

Lilith und Saturn haben einige Gemeinsamkeiten, denn beide haben den Ruf des „Kinderfressers“, beiden haftet die Thematik des Sündenbocks an, beide haben einen Bezug zur Dunkelheit, beide werden mit depressiven Phasen in Verbindung gebracht, beide haben etwas Schicksalshaftes, beide ziehen Konsequenzen nach sich, die oft nicht wieder rückgängig zu machen sind, beide erzählen von Einsamkeit, von Isolation und von der Bitterkeit, die damit einhergehen kann, beide können auf Einschränkung und auf ein Abgetrenntsein hinweisen. 

Lilith und Saturn symbolisieren aber auch beide eine positive Form von Grenzsetzung, durch die man sich von ungesunden Einflüssen abgrenzen kann, beide stehen für bewusste Konsequenz, beide symbolisieren den Verzicht auf etwas zugunsten von etwas anderem. Lilith und Saturn weisen nicht nur für Dunkelheit hin, sondern auch auf das Licht in der Dunkelheit, in dem Zusammenhang auch auf Erleuchtung, beide symbolisieren Reife und Weisheit, beide bieten den Aspekt der Fruchtbarkeit, beide sind Prinzipien der Selbständigkeit. 

Lilith befindet sich im Steinbock nicht nur in der Gesellschaft von Saturn, sondern auch von Pluto. Pluto, der Gott der Unterwelt, läuft bereits seit 2008 durch den Steinbock und wird dieses Zeichen erst im Jahr 2024 verlassen. Beim vorherigen Transit von Lilith durch den Steinbock ist die dunkle Göttin also auch schon auf Pluto gestoßen, denn Lilith lief das vergangene Mal von Januar 2009 bis Oktober 2009 durch den Steinbock, also in einer Zeit, in der sich Pluto bereits in den ersten Graden des Steinbocks befand. Bei wiederkehrenden Transiten ist es immer interessant zurückzuschauen und zu überlegen was sich damals in unserem Leben ereignet hat. Was sticht für uns besonders hervor, wenn wir an das Jahr 2009 denken?




Die Themen von Lilith im Steinbock können unter folgenden Stichpunkten zusammengefasst werden:





Mögliche positive Auswirkungen einer erlösten Lilith im Steinbock  

  • Die „weise Frau“ (Lilith) und der „weise Mann“ (Saturn) begegnen sich auf Augenhöhe
  • Starke, selbstbewusste Frau oder Mann, die auch andere in ihrem Selbstbewusstsein fördern
  • Alte, weise Seele
  • Verantwortungsbewusster Umgang mit Autorität
  • Eigenverantwortlichkeit
  • Selbständigkeit
  • Selbstbestimmter Lebensweg
  • Mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und gleichzeitig mit dem Kopf im Himmel sein
  • In Würde altern; gesunde Einstellung zur Vergänglichkeit von allem Irdischen
  • Läuterung und Erkenntnis durch schmerzhafte Erfahrungen
  • Hohe Ansprüche, die zu besonderen Resultaten führen
  • Kompetent
  • Strebt Meisterschaft an; man will das Beste aus sich herausholen
  • Genauigkeit
  • Konsequenz
  • Man ist gewillt sich ausdauernd für die eigenen Ziele einzusetzen
  • Gute Führungsqualitäten
  • Sensibles Gespür für Grenzen
  • Realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und von dem was machbar ist
  • Instinktives Gespür für den richtigen Weg
  • Souveränität
  • Gute/r Lehrer/in
  • Alleinerziehende Mutter, die dem Kind Mutter und Vater ist, dies aber gut meistert
  • Starke Mutter, starkes Kind
  • Starker Familiensinn
  • Organisationstalent
  • Gutes Zeitgefühl
  • Instinktives Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen
  • Vielfältige Lebenserfahrung, große Menschenkenntnis
  • Man weiß wann man zu gehen hat; rechtzeitiges Abtreten, anstatt zwanghaft an etwas oder an jemandem festzuhalten



Mögliche negative Auswirkungen einer unerlösten Lilith im Steinbock

  • Karrieregeil; um jeden Preis nach oben
  • Übermäßig konkurrierend
  • Übersteigertes Verlangen nach Kontrolle
  • Übermäßiges Bedürfnis nach Dominanz
  • Sadomasochistische Dynamiken
  • Unangemessenes Verantwortungs – oder Pflichtgefühl, man nimmt jede Last auf sich oder lässt sie sich aufladen
  • Obrigkeitshörigkeit
  • Fixierung
  • Pedantisch
  • Paranoid
  • Übersteigerte Schamgefühle
  • Extreme Rollenbilder, die Welt wird in Gewinner und Verlierer eingeteilt, Erfolgsmensch oder Loser, Reich oder Arm...
  • Übersteigerter Ehrgeiz, Verbissenheit, bis ans Äußerte gehen und sich selbst oder andere dabei extrem überfordern
  • Schmerzhafte Unzufriedenheit bis hin zur Depression
  • Das Gefühl immer den Kürzeren zu ziehen; Nachbars Garten ist immer grüner
  • Unbegründetes Misstrauen allen Menschen gegenüber, die erfolgreich sind
  • Suche nach dem Sündenbock oder sich selbst in diese Rolle drängen lassen
  • Weil man das Gefühl hat selbst ausgebeutet worden zu sein, findet man es legitim andere auszubeuten
  • Verbitterung durch unaufgearbeitete, verdrängte, schmerzhafte Erfahrungen
  • Übermäßig vorsichtig sein und damit einhergehend selbstbeschränkend aufgrund von vergangenen Erfahrungen
  • Kinderfeindlichkeit, Ablehnung allem gegenüber, das sich spontan ausdrückt, man konnte selbst nicht Kind sein, man musste schon früh im Leben eine große Verantwortung oder Last tragen
  • Die „böse Stiefmutter“ oder die „böse Schwiegermutter“
  • Kann nicht mit Schwäche umgehen, weder mit der eigenen, noch mit der von anderen
  • Rachebedürfnis
  • Abgeschnitten von den eigenen Gefühlen; Gefühlskälte seiner Umwelt und seinen Mitmenschen gegenüber
  • Männerfeindlichkeit; alle Macht den Frauen
  • Stutenbissigkeit
  • Neid auf erfolgreiche Menschen; eigentlich wäre man selbst gerne erfolgreich, findet aber seinen Weg nicht, hat zu wenig Ausdauer oder sieht sich als Opfer des Systems
  • Übersteigerte Existenzängste
  • Unfreiwillige Einsamkeit
  • Unbegründeter Verzicht auf Erfolg, man hat die Fähigkeiten, aber "etwas" hält einen zurück, man zweifelt zu sehr an sich
  • Selbstsabotage; man steigtert sich in "Verschwörungstheorien", man sieht sich als das "verkannte Genie" 



Es gibt wahrscheinlich nur wenige Menschen, die alle infrage kommenden positiven oder auch alle negativen Eigenschaften in sich vereinen. Viele von uns dürften sich mehr irgendwo in der Mitte der beiden Pole bewegen. Lilith verkörpert Extreme. Es kann hilfreich sein zu erkennen in welchen Themen der beiden Pole man sich selbst wiederfindet und sich diesbezüglich zu fragen wie man bisher damit durchs Leben kam. Der Steinbock symbolisiert unseren Lebensweg. Wenn sich in der kommenden Zeit Lilith, Saturn und Pluto im Steinbock befinden, ist es wichtig, dass wir immer wieder innehalten, um uns darüber bewusst zu werden, ob wir uns noch auf dem richtigen Weg befinden oder ob es vielleicht sinnvoll wäre eine Kurskorrektur vorzunehmen. Im Steinbock können wir Scheuklappen tragen und lange auf eingetretenen Pfaden wandeln, die vielleicht nicht einmal von uns selbst eingetreten wurden, wir können manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, weil wir uns zu sehr auf ein bestimmtes Ziel konzentrieren. Andererseits kann uns die starke Steinbock Betonung auch zeigen, dass wir unser Ziel nie erreichen, wenn wir bei jedem Hund stehen bleiben, der bellt. Es lohnt sich also auch zu überlegen, ob wir mehr Konzentration und Fokus brauchen oder ob wir die Zügel eher mal etwas lockerer lassen sollten und bestimmte Ablenkungen durchaus willkommen heißen können, entweder weil sie uns neue Möglichkeiten auf unserem Weg eröffnen oder einfach weil sie mehr Vielfalt, Abwechslung und Entspannung in unser Leben bringen.





Viele liebe Grüße mit den Sternen




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Freitag, 3. November 2017

Vollmond im Stier ♉ - Was gibt uns Sicherheit?






Astrologische Grafik: Vollmond im Stier am 04.11.2017, um 06:22h MEZ


Der November Vollmond findet am 04.11.2017 um 06:22h MEZ am Anfang der zweiten Dekade Stier statt. Sonne und Mond befinden sich auf 11°58“ in den Zeichen Skorpion und Stier. Die beiden großen Lichter bilden jeweils harmonische Aspekte zu Neptun in den Fischen und in einem weiteren Wirkungsfeld auch zu Pluto im Steinbock. Der Vollmond ist insgesamt ziemlich harmonisch aufgestellt und gibt uns damit, ganz dem Zeichen Stier entsprechend, die Möglichkeit mehr Stabilität, Sicherheit und Vertrauen in diesen bewegten und in vielerlei Hinsicht auch sehr unsicheren Zeiten zu erhalten. Gerade auch die harmonischen Aspekte zu Neptun in den Fischen können uns dazu verhelfen eventuell herausfordernden Erlebnissen einen tieferen Sinn abzugewinnen. Wenn wir akzeptieren, dass es höhere Gesetzmäßigkeiten gibt, die über den menschengemachten Gesetzen und über dem logisch Nachvollziehbaren stehen, dann kommen wir Neptuns höherer Bedeutung näher. Neptun symbolisiert die oft unerklärlichen Hintergründe und Zusammenhänge, mit denen uns das Leben überrascht, die von einigen als die unergründlichen Wege Gottes bezeichnet werden, während sie von anderen als die noch nicht gelüfteten Geheimnisse des Universums angesehen werden. Auch wenn wir meinen, wir wüssten so viel über das Leben auf der Erde und über unsere Position im Kosmos, gibt es immer noch sehr viel mehr zwischen Himmel und Erde, als sich durch unseren Verstand erfassen lässt. Neptun symbolisiert das Unbegreifliche, Geheimnisvolle und Mystische, das den Künstler inspirieren kann, den Mystiker zum Forschen anregen kann und das den Menschen, der meint alles logisch erklären zu können, verwirren und aus der Bahn werfen kann.

Dadurch, dass es sich hier um einen harmonischen Einfluss von Neptun handelt, dürfte diese Zeitqualität aber weniger für Verwirrung sorgen, sondern sich mehr von ihrer inspirierenden und seelisch nährenden Seite zeigen. Unsere Sinne und unsere Intuition können unter diesen Einflüssen geschärft werden und der Zugang zu unseren tieferen Seelenschichten kann uns erleichtert werden. Diese Zeitqualität bietet ein nahrhaftes Cocktail für kreative, ebenso wie für spirituelle Zeitgenossen. Auch Liebende werden durch diese Zeitqualität angeregt und können besonders sinnliche und romantische Tage miteinander verbringen. 




 

Die heilige Kuh.
Die Kuh und der Stier gelten in vielen Kulturen als heilige Tiere.
Bild: Public Domain



Da der Stier unseren Besitz, unsere persönlichen Werte, sowie unseren Selbstwert symbolisiert, ist diese Zeit besonders gut geeignet um sich über eben diese Themen mehr Klarheit zu verschaffen. Sei es, dass man seine Finanzen ordnet, sich um seine Geldanlagen und Investitionen kümmert, seinen Bestand auf Vordermann bringt, das Tafelsilber auf Hochglanz poliert, abgenutzte Möbel restaurieren lässt oder sei es, dass man in den eigenen Selbstwert investiert, indem man sich fragt, was man braucht, um das eigene Wohlbefinden zu steigern. Für einige mag das bedeuten, die Garderobe mit ein paar schönen Stücken anzureichern, für andere kann der Selbstwert durch eine Beförderung oder durch eine Gehaltserhöhung gehoben werden. Wieder andere gönnen sich einen schönen Urlaub oder einen Wohlfühltag.

Für manch einen kann der Selbstwert in diesen Zeiten auch dadurch gehoben werden, dass man sich aus ungesunden Umständen befreit. Venus, die Herrscherin des Stiers und der Waage, befindet sich zum Vollmond in der Waage, steht hier also besonders stark, während sie eine Opposition zu Uranus im Widder bildet. Der Tanz zwischen Venus und Uranus zieht sich schon durch das ganze Jahr 2017. Venus strebt in diesem Jahr ihre Befreiung an, was sich für den Einzelnen in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen äußern kann. Während einige darin unterstützt werden sich aus Beziehungen zu lösen, die ihrem Selbstwert schaden, können andere sich aus entwürdigen beruflichen Umständen befreien. Für wieder andere kann eine persönliche sexuelle Revolution anstehen, indem sie sich als schwul oder lesbisch outen, während noch andere die uranische Venus dadurch feiern, dass sie einen kreativen Durchbruch erleben. Venus in Verbindung zu Uranus ist eine freie Venus, die sich nicht nach Klischees oder nach einem gesellschaftlichen Status Quo richtet, sondern nach ihrem eigenen Geschmack, nach ihren persönlichen Werten und nach ihren individuellen Bedürfnissen. Die weibliche Energie will sich in diesem Jahr befreien und jeder von uns – ob Frau oder Mann – kann sich daran beteiligen und dadurch den eigenen Selbstwert heben.







Eine Grundbedingung für unseren Selbstwert ist unsere Integrität, denn ohne Integrität hat der Selbstwert keine Basis, auf der er aufbauen kann. Wir können noch so viele berufliche Erfolge verbuchen, finanzielle Gewinne einstreichen, in unser Erscheinungsbild investieren oder uns nach jemandem umschauen, der uns liebt, aber ohne Integrität steht unser Selbstwert auf einem bedenklich wackeligen Boden, so dass er jederzeit infrage gestellt und allzu leicht kippen kann. Ohne Integrität sind wir so beeinflussbar wie ein Blatt im Wind und so verführbar wie ein hungriges Raubtier. Wenn unser Selbstwert nicht auf unserer Integrität gründet, versuchen wir uns unseren Wert bewusst oder unbewusst durch äußere Faktoren bestimmen zu lassen und wir befinden uns automatisch in einer Abhängigkeit, die uns von vielen Seiten angreifbar und verletzlich macht.

Im Stier geht es um Loyalität und um Unbestechlichkeit. Ein Vollmond im Stier möchte uns zeigen, wie es um unsere Werte bestellt ist. Der gegenüberliegende Skorpion, in dem sich die Sonne befindet, kann zur Korruption verführen. Im Skorpion stoßen wir auf die Werte von anderen, die entweder mit unseren persönlichen Werten harmonieren oder auch weit von ihnen abweichen können. Wenn wir entgegen unserer Werte handeln, lassen wir uns verführen und unsere Integrität wird erschüttert. Sei es, dass wir uns von jemandem zum Sex überreden lassen, obwohl wir eigentlich gar nicht wollten, dass wir uns von einem Arbeitskollegen in eine Intrige verstricken lassen, dass wir Geld von jemandem annehmen, der uns schlecht behandelt oder dass wir uns eher indirekt an Ausbeutung beteiligen, indem wir Produkte von Händlern kaufen, die Blut an ihren Händen haben. Verführungen lauern überall und nicht immer haben wir die Einsicht zu erkennen woran wir uns gerade beteiligen und worin wir investieren.

Es gibt jedoch Situationen die eindeutig und offensichtlich sind, wie wenn jemand uns zu etwas drängen will, wovon wir wissen, dass es falsch ist. Auch wenn wir uns haben überrumpeln lassen, denn einige Menschen sind geradezu spezialisiert darauf andere um den Finger zu wickeln und sie so um einen Teil ihres Selbstwerts zu bringen, können wir im Nachhinein immer noch wieder geradestehen und Rückgrat zeigen, um unsere Integrität wieder herzustellen. Keiner von uns ist ein unbeschriebenes Blatt und kaum jemand ist unfehlbar. Wichtig ist, dass wir immer wieder aufstehen, wenn wir gestolpert sind oder wenn uns jemand ein Bein gestellt hat. 

Der Stier strebt nach Sicherheit und nach Stabilität. In den unsicheren und sich schnell verändernden Zeiten, in denen wir leben, scheinen Begriffe wie Sicherheit und Stabilität einer vergangenen Zeit anzugehören. Wenn wir uns darum kümmern unsere Integrität zu wahren, schaffen wir automatisch Sicherheit. Hier handelt es sich nicht unbedingt um die Art von Sicherheit, die uns ein Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung versprechen, aber wenn wir für unsere Integrität sorgen, fühlen wir eine Form von Selbstsicherheit, die uns die Sicherheit gibt, dass wir auch mit schwierigen Situationen im Leben umgehen können. In Kreisen von erfolgsorientierten Menschen hört man immer wieder, dass man sich darauf gefasst machen muss, seine Integrität zu opfern, wenn man Karriere machen will. Tatsächlich findet man jedoch in allen gesellschaftlichen Schichten Menschen, die ihre Integrität geopfert haben. Bei erfolgreichen Menschen und bei kriminell gewordenen Menschen fällt es jedoch stärker ins Gewicht, wenn sie keine Integrität haben, weil ihr Handeln größere Kreise zieht. Der Stier will uns nahelegen unsere Ziele lieber langsam anzugehen, dafür aber beständig, auf einem gesunden Fundament aufbauend und im Einklang mit unseren Werten. Wenn wir dann in eine Krise geraten, sei es beruflich oder in unserem Privatleben, stehen wir trotzdem noch aufrecht und wir können zu dem stehen, was hinter uns liegt. Wenn wir auf unserem Weg unsere Integrität eingebüsst haben, dann fallen wir ins Bodenlose. Wir haben nichts mehr das uns aufrecht hält. Wenn man Biografien von sogenannten gescheiterten Existenzen liest, wird man immer wieder feststellen, dass diese Menschen schon lange vor ihrem öffentlichen Zusammenbruch zusammengebrochen sind, sie sind sozusagen in sich zusammengebrochen, weil sie wieder und wieder gegen ihre Werte verstoßen haben und so Stück um Stück ihre Seele verkauft haben. Die Geschichtsbücher sind voll von derartigen Geschichten, ebenso füllt der "Teufelspakt" Bände von Romanen und gibt immer wieder Stoff für Filme, die vielleicht spannend für den Zuschauer, aber furchtbar im tatsächlichen Erleben sind. 

Der Vollmond im Stier fällt in eine Zeit, in der die Medien voll sind von Geschichten von gescheiterten Existenzen. Von Menschen, deren Gier und vielleicht auch ihre Naivität sie in die Korruption getrieben hat. Ein Grundsatz der Astrologie lautet "wie Oben, so Unten, wie Innen, so Außen". So können uns derartige Geschichten vielleicht auch daran erinnern wie man es am besten nicht machen sollte, während sie uns gleichzeitig aufzeigen können, was uns im Leben wirklich wichtig ist.   
 




Kamadhenu, Göttin, die im Hinduismus als die Mutter aller Kühe angesehen wird, Public Domain



Wie ist es um unsere Werte, um unseren Selbstwert und um unsere Integrität bestellt? Fühlen uns wir uns in diesen Bereichen stabil?

Was bedeutet uns der vom Stier symbolisierte Reichtum?

Welche Einstellung haben wir zu Luxus? Können wir uns Luxus gut gönnen, haben wir ein zwiespältiges Verhältnis zu Luxus oder haben wir das Gefühl vom Luxus nie genug zu bekommen und unserer Gier ausgeliefert zu sein, so dass wir in ungesunde Abhängigkeiten geraten?

Wann haben wir uns in einer Situation befunden, in der wir eigentlich genau wussten, dass es falsch ist, was wir tun und wir haben es trotzdem getan? Wie haben wir uns danach gefühlt und wie konnten wir uns wieder stabilisieren?

In welchen Situationen sind wir aufgestanden und sind uns für unsere Werte eingestanden?

Wann hatten wir den Mut Ja, Nein oder auch mehr zu sagen, weil wir unsere Integrität wahren wollten, obwohl wir damit rechnen mussten auf Gegenwind zu stoßen?

Wo haben wir eventuell viel zu lange eine gute Miene zum bösen Spiel gemimt?

Was bedeutet Sicherheit für uns?

Aus welchen Umständen wollen wir uns nun eventuell befreien, um unseren Selbstwert zu wahren?

Sind wir vielleicht verliebt, halten uns aber aus falscher Vorsicht zurück?

Haben wir schon länger Lust irgendwas Verrücktes zu tun, fühlen uns aber zu schüchtern dafür?

Wie leben wir unsere Sinnlichkeit?


Was immer für den Einzelnen ansteht und in welcher Situation man sich auch befindet: wir sollten bedenken, dass es sich für nichts auf der Welt so viel zu riskieren lohnt wie für die Liebe; ob für die Liebe zu uns selbst, für die Liebe zu einem anderen Menschen oder für die Liebe zu Mutter Erde, die auch dem Stier entspricht...*)!




Viele liebe Grüße mit den Sternen und einen heilsamen, erfolgreichen Vollmond im Stier

Lia




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